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23.09.2015

Ina-Seidel-Schule wird städtische Notunterkunft

Espelkamp. Die Stadt Espelkamp zieht kurzfristig die Ina-Seidel-Schule leer, um sie als Notunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber zu nutzen. In den nächsten Wochen wird das Gebäude bezugsfertig sein. Es handelt sich bei dieser Maßnahme nicht um die Einrichtung von Wohnraum für Flüchtlinge, die das Land NRW unterbringen muss (wie z.B. bei der Umnutzung der Jahn-Realschule in Lübbecke durch die Kreisverwaltung im Rahmen der Amtshilfe), sondern um ein Obdach für originär der Stadt Espelkamp zugewiesene Hilfesuchende.

„Wir haben schlicht keinen Wohnraum mehr. Auch die gerade vergangene Woche fertiggestellte mobile Wohnanlage am Hindenburgring ist durch drastisch gestiegene Zuweisungen bereits an diesem Wochenende voll belegt“, sagt Bürgermeister Heinrich Vieker. Das in Espelkamp bislang mit großem Erfolg praktizierte System der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen ist damit endgültig an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die derzeitigen Nutzer der Ina-Seidel-Schule, der Musikschulverband Espelkamp-Rahden-Stemwede und die Volkshochschule Altkreis Lübbecke, werden vorrübergehend auf freie Räumlichkeiten im Obergeschoss der Waldschule an der Koloniestraße zurückgreifen. Alle unmittelbar Beteiligten sind informiert und halten den Umzug für machbar und zumutbar.

Die Ina-Seidel-Schule ist vom Flüchtlingsstab der Stadt Espelkamp vor der Entscheidung des Bürgermeisters eingehend auf ihre Eignung als Notunterkunft geprüft worden. „ Brandschutz, Schnitt und Größe der Räumlichkeiten, sanitäre Einrichtungen sowie die Möglichkeit einer geordneten Essensausgabe waren ebenso ausschlaggebend für die Empfehlung an den Bürgermeister wie ausreichend Grünflächen direkt am Gebäude“, er-läutert Koordinator Matthias Tegeler. Wie viele Menschen tatsächlich wann in die ehemalige Grundschule einziehen werden, ist völlig offen. „Wir rechnen bis zum Jahresende mit etwa 50 Zuweisungen pro Monat, arbeiten aber parallel natürlich schon lange auch an anderen Lösungen. So haben wir eine weitere mobile Wohnanlage beauftragt, und die von der Aufbaugemeinschaft errichteten Reihenhäuser am Thorner Weg werden Anfang nächsten Jahres bezugsfertig sein. Es geht jetzt angesichts der dramatischen Entwicklung erst einmal darum, Zeit zu gewinnen und einen gewissen Puffer zu haben“, betont Espelkamps Pressesprecher Torsten Siemon.