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13.07.2017

PCB in der Stadtsporthalle festgestellt: Kein akuter Handlungsbedarf

Espelkamp. Bei Messungen der Raumluft in der Stadtsporthalle ist jetzt eine PCB-Belastung festgestellt worden. Im Zuge der ohnehin geplanten energetischen Sanierung der Halle im Jahr 2018 sollen alle betroffenen Bauelemente entfernt werden. Ein akuter Handlungsbedarf besteht nach Ansicht von Experten nicht.

PCB ist ein Stoff, der Anfang der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre als langlebiger Weichmacher in unterschiedlichen Baustoffen verwendet wurde. In der Stadtsporthalle kommt er im Dichtungsmaterial zwischen Betonplatten und Stahlstützen vor. PCB diffundiert in andere Stoffe und in die Raumluft, sodass auch zunächst nicht belastete Stoffe PCB aufnehmen und wiederum an die Luft abgeben. Gesundheitsschäden treten nur auf, wenn Menschen langfristig hohen PCB-Konzentrationen ausgesetzt sind. Bei bis zu 300 ng/m³ sind überhaupt keine Maßnahmen erforderlich, bei einer Überschreitung muss die Belastung mittelfristig beseitigt werden. In der Zwischenzeit sollte regelmäßig gelüftet und entstaubt werden. Ab 3.000 ng/m³ besteht akuter Handlungsbedarf. Die Belastung in der Stadtsporthalle liegt zwischen 541 ng/m³ und 2230 ng/m³. Akuter Handlungsbedarf besteht insofern nicht.

Die höchsten Belastungen treten in den Lehrerumkleiden auf, also in Räumen, in denen sich Personen nur wenige Minuten aufhalten. Am stärksten belastet sind jene Bereiche, die direkt an die Außenwände grenzen. Insbesondere kleine Räume weisen eine hohe Konzentration in der Raumluft auf. Die Sporthalle selbst weist dagegen eine eher geringe Konzentration auf. Im Gegensatz zu Büros oder Wohnungen ist der Aufenthalt einzelner Personen in den belasteten Räumen vergleichsweise kurz. In den belasteten Räumen sind es sogar nur wenige Minuten. Die Aufnahme in den Körper ist daher vergleichsweise gering.

Die Stadtsporthalle soll im Jahr 2018 energetisch saniert werden. Hierfür ist eine umfangreiche Ausschreibung notwendig, die Planungsleistungen werden derzeit ausgeschrieben. Für eine PCB-Sanierung müssen die PCB-haltigen Stoffe vollständig entfernt werden. Diese sind in den Außenbauteilen vorhanden. Die Außenbauteile werden im Rahmen der energetischen Sanierung entfernt. Es ist also nicht praktikabel, die PCB-haltigen Stoffe kurzfristig zu entsorgen. Die Baustoffe im Inneren, die PCB aufgenommen haben, weisen eine deutlich geringere Konzentration auf. Sie werden während der energetischen Sanierung ebenfalls entfernt. Würden sie vorher entfernt, würden die neuen Materialien ebenfalls PCB aufnehmen, der Schadstoff könnte somit nicht effizient aus dem Gebäude entfernt werden. Die Stadt rechnet mit Mehrkosten von bis zu 550.000 Euro. Daher wird nun auch ein Abriss und kompletter Neubau der Halle als Alternative geprüft.