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24.09.2019

Informationen zum Ärztehaus Espelkamp

Anlässlich des City-Festes hat Bürgermeister Heinrich Vieker ausführlich zum neuen Ärztehaus Stellung genommen. Hier ein Auszug aus seiner Rede:

„Direkt neben dem Ostlandpark nimmt für jedermann sichtbar ein Vorhaben Gestalt an, das für die Daseinsvorsorge in unserer Stadt von größter Bedeutung ist. Ich meine natürlich unser Ärztehaus, mit dem wir uns auf der Zielgeraden befinden. Bauherrin ist die Gesundbrunnnen GmbH und Co. KG, ein Tochterunternehmen der HARTING Gruppe. Liebe Frau Harting-Hertz: Für ihr persönliches Engagement und das Ihrer Familie in dieser für Espelkamp so bedeutenden Angelegenheit danke ich Ihnen von Herzen. Und ich denke, ich spreche mit diesem Dank auch allen anderen aus dem Herzen, die heute hier versammelt sind…
„Medici“ wird es heißen, unser neues Ärztehaus! Wir schaffen damit zukunftsfähige Strukturen für bestehende Praxen in unserer Stadt und gewinnen gleichzeitig neue Ärzte und Praxen für Espelkamp hinzu. Aber was heißt das konkret?

Wir werden insgesamt 8 Praxen haben, dazu eine ambulante Pflegestation, einen Hörgeräteakustiker, ein Sanitätshaus und natürlich auch eine Apotheke. Das Richtfest wird noch in diesem Herbst gefeiert, eröffnen soll das Haus dann im Sommer nächsten Jahres.

Und nun gehe ich ein wenig ins Detail und stelle die Nutzungen im Einzelnen vor. Beginnen wir mit der Kinderarztpraxis: Espelkamp hat etwa 300 Geburten im Jahr. Seit über 40 Jahren gibt es die Praxis von Dr. Schöpfer, die mehr als ausgelastet ist. Dr. Schöpfer ist mittlerweile 76 Jahre alt. Dem entsprechend groß ist der Bedarf an einer Lösung für die Zukunft.

Hier konnten zwei hoch qualifizierte neue Kinderärzte für Espelkamp gewonnen werden: Dr. Elmar Klusmeier & Dr. Jan-Pit Horst. Beide stammen aus der Region und waren bisher am Kinderherzzentrum in Bad Oeynhausen tätig. Dr. Klusmeier ist zusätzlich Kinderkardiologe und Dr. Horst Allergologe. Diese Schwerpunkte runden das zukünftige Angebot an kinderärztlicher Versorgung hervorragend ab. Dr. Klusmeier ist bereits bei Dr. Schöpfer tätig, während Dr. Horst die Kinderarztpraxis von Dr. Rohé in Hille übernehmen wird. Mit der Fertigstellung des Ärztehauses werden die Einzelpraxen als Gemeinschaftspraxis im Ärztehaus zusammengelegt und für die jungen Patienten in Espelkamp und Umgebung, insbesondere auch Hille, zur Verfügung stehen.

An diesem Beispiel wird deutlich: Einzelpraxen haben es immer schwerer, Nachfolger zu finden. Dagegen sind größere Praxiseinheiten mit mehreren Ärzten, die sich gegenseitig unterstützten und vertreten können, das Modell, das von jungen Medizinern nachgefragt wird. Wir freuen uns, dass die kinderärztliche Versorgung in Espelkamp damit für lange Zeit gesichert wird!

Danke für den Applaus, aber das war ja erst der Anfang: Weiter geht es mit Thema „Gynäkologie“: Hier besteht in Espelkamp ebenfalls ein großer Bedarf. Vor einigen Jahren musste z. B. die Praxis Dr. Tatrai ersatzlos schließen, da kein Nachfolger gefunden werden konnte. Die Gynäkologen Dr. Wahidi & Dr. Nellissen versorgen bereits viele Patientinnen aus Espelkamp. Daher werden sie zusätzlich zu ihren bisherigen Standorten in Rahden und Pr. Oldendorf eine neue Praxis im Ärztehaus Espelkamp errichten. Das ist ein großer Gewinn für die gynäkologische Versorgung vor Ort.

Im Bereich Allgemeinmedizin zieht die Praxis Pflugfelder ins „Medici“ um und sucht bereits Verstärkung. Durch die modernen Strukturen und Kooperationsmöglichkeiten im Ärztehaus wird diese Suche deutlich leichter. Dies ist umso wichtiger, weil der Hausarztbereich in unserer Region nach wie vor unterversorgt ist.

Mit Dr. Adel Manesh zieht auch ein HNO-Mediziner ins Ärtehaus. Auch er verspricht sich dadurch eine bessere Ausgangslage, um medizinischen Nachwuchs für Espelkamp zu gewinnen.

Daneben wird die Psychiatrische Gemeinschaftspraxis Frau Dr. Kanzler und Frau Raabe-Banze im nächsten Jahr im Medici sein. Die Praxis ist seit kurzem in Espelkamp. Der Bedarf in diesem Bereich ist groß und steigt immer weiter. Zur Verstärkung wird noch ein Neurologe gesucht, der das medizinische Angebot hervorragend ergänzend würde. Eine Niederlassung über Sonderbedarf ist möglich. Direkt neben der Praxis werden daher noch Räume für eine neurologische Praxis frei gehalten.

Auch eine Hebammenpraxis wird es geben. Der Mangel an Hebammen ist allgemein bekannt. In machen Kliniken musste die Geburtsstation schon wegen fehlender Hebammen vorübergehend geschlossen werden. Dieses immer größer werdende Problem betrifft auch immer mehr den ambulanten Bereich. Die Hebammen Frauke Werner-Winkelmeier und Irina Karsten werden im Ärztehaus eine Praxis errichten. Diese wird neben wird neben der Schwangerenvorsorge ein umfangreiches Kursangebot vorhalten. Es ist zudem geplant, eine Wochenbettambulanz zu errichten, an die sich insbesondere Frauen wenden können, die noch keine Hebamme finden konnten. Weitere Hebammen zur Verstärkung sind herzlich willkommen. Die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit der Kinderarztpraxis und der gynäkologischen Praxis liegen auf der Hand, in Summe also ein großer Gewinn für Espelkamp.

Und schließlich wird Frau Gaby Dück eine podologische Praxis im Ärztehaus errichten. So etwas gibt es in Espelkamp noch nicht. Daher ist auch dies eine echte Bereicherung.

Ergänzende Angebote sind das Sanitätshaus von Herrn Sergej Fuchs, das kurze Wege für die Patienten sicherstellt, und ein Pflegedienstbüro, das der Ludwig-Steil-Hof betreiben wird. Schließlich wird noch die Hörgeräteakustikmeisterin Nicole Krinke ins Ärztehaus umziehen und selbstverständlich wird es auch eine Apotheke beherbergen. Hier laufen noch Gespräche mit mehreren Interessenten. Abschließend sei gesagt, dass noch die Einrichtung einer weiteren Praxis möglich ist. Auch hier besteht Kontakt zu verschiedenen Interessenten. Zum Beispiel würden eine orthopädische Praxis oder eine weitere Hausarztpraxis gut ins „Medici“ passen.

Zusammenfassend möchte ich festhalten: Das neue Ärztehaus ist ein großer Wurf, es ist ein Meilenstein für die medizinische Versorgung in Espelkamp und es bedeutet einen Gewinn an Lebensqualität für die Menschen in unserer Stadt. Der Weg dorthin war lang und mitunter auch steinig, aber er hat sich allemal gelohnt. Ich danke allen, die sich mit uns auf diesen Weg begeben haben und freue mich jetzt schon auf die Eröffnung im kommenden Sommer!“